Gourmetführer Gault Millau zeichnete Haubenköche aus   Kleine Zeitung Sonntag 22. Oktober 2017 Auszug
Zwölf Hauben für das "Schlaraffenland"

Sechs Restaurants und Gasthäuser aus der Region hat Gault Millau ausgezeichnet. Unter ihnen findet sich der steirische Spitzenreiter.

Die kulinarische Hochburg der Steiermark liegt weiterhin im Südosten. Denn die Saziani Stub’n in Straden hat zum fünften Mal in Folge steiermarkweit die höchste Auszeichnung abgesahnt: mit drei Hauben und 18 Punkten, verliehen vom Gourmetführer Gault Millau. „Ich freue mich, dass unsere Arbeit bestätigt wird“, sagt Küchenchef Harald Irka. Immerhin wurde der 26-Jährige zum fünften Mal in Folge mit drei Hauben bedacht. „In den Stunden vor der Bekanntgabe waren wir schon nervös.“ Wir, das ist sein achtköpfiges Team in Küche und Service. „Wir haben im vergangenen Jahr richtig Gas gegeben.“ Und das soll auch so bleiben, denn „wir wollen die 18 Punkte halten.“

 

Der Kapitän der kochenden Mannschaft

Mit 17 Punkten und drei Hauben dicht dahinter rangiert der Steira Wirt aus Trautmannsdorf - eine Ehre, die Küchenchef Richard Rauch zum fünften Mal en suite zuteil wurde. „Unsere langjährige Arbeit wurde wieder bestätigt, wir freuen uns“, sagt Rauch, „aber wir haben noch Luft nach oben.“ Zwischen sechs und neun Köche werken pro Tag am Herd. „Ich bin quasi der Kapitän der Mannschaft. Aber der Erfolg geht nur im Team.“
Das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ stimmt so also nicht. Ganz im Gegenteil, sagt Richard Rauch - schon gar nicht, wenn man ihn auf die Südoststeiermark ummünzt: „Die vielen tollen Köche machen die kulinarische Vielfalt aus, unsere Region ist ein Schlaraffenland.“

Unsere Region ist ein Schlaraffenland. Die tollen Köche machen die kulinarische Vielfalt aus. Steira Wirt Richard Rauch

Nicht wegzudenken in diesem Schlaraffenland ist der Malerwinkl in Hatzendorf. Überraschenderweise erst im Vorjahr zum ersten Mal von Gault Millau mit einer Haube bedacht, gelang heuer gleich der Aufstieg: Zwei Hauben und 15 Punkte. „Wir haben nie auf die Hauben hingearbeitet, denn wir kochen für den Gast und nicht für Auszeichnungen“, sagen Peter Troißinger Senior und Junior, „wir wollen Essen, Trinken, Kunst und Kulinarik bieten.“ Dennoch sind die Hauben Lohn für die jahrzehntelange Arbeit in der Gastronomie. Nachsatz: „Mein Vater hat noch zwei Jahre bis zur Pension, da ist noch Luft nach oben“, schmunzelt Troißinger Junior.

12 Hauben: Gault Millau zeichnet sechs südoststeirische Köche aus

 Foto:Thomas Plauder

Zwei Hauben für Malerwinkl: Peter Troißinger (Mitte) mit Sohn Peter, Gattin Gabi und Anna